CELLOLITE - HINTERGRUND


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Mit unserem ersten Musiktheater-Projekt „Heute Abend: Zauberflöte! Grosse Oper für zwei Celli“ haben wir versucht, für die klassische Musik ein neues Kleid zu schneidern. 
Seit November 2007 konnten wir dieses ironisch-virtuose Stück nun bald 200 Mal aufführen und können heute mit Freude feststellen, ACBR

dass die Verbindung von hochwertiger klassischer Musik mit szenischem Humor bestens funktioniert und vielerorts auf reges Interesse und grosse Begeisterung stösst. Wir konnten dieses Programm sowohl in Schulen aufführen wie in Altenheimen, auf der Studiobühne der Oper Zürich wie auch in Kleinsttheatern auf dem Lande, sowohl in der Schweiz wie auch in Deutschland. Für das neue Programm CELLOLITE gehen wir wiederum von einer Situation aus, die wir nur allzu gut kennen und wagen uns noch einen Schritt weiter bzw. zwei zurück: Wir sind jetzt nicht einmal mehr Aushilfscellisten, sondern stehen beide mit leeren Taschen und ohne Stelle vor einem Orchester und möchten uns natürlich im besten Licht präsentieren. Ein Probespiel ist in jedem Fall eine äusserst demütigende Prozedur, die wohl schlimmste aller Bewerbungsformen: kein Publikum der Welt macht einen so nervös wie die kritischen Musikergesichter eines versammelten Orchesters. Jeder Kandidat muss dasselbe Pflichtstück spielen; oft wird nach wenigen Takten mit dem schönen Wort: „Danke!“ abgebrochen. Die anderen Konkurrenten, mit denen man über mehrere Runden in einen einzigen Raum gepfercht wird, tragen ihrerseits zur guten Stimmung bei... Wir konnten der Versuchung nicht widerstehen, diese beklemmende Ausgangssituation für ein musikalisches Bühnenprogramm zu missbrauchen. So können wir auf elegante und ironische Weise eigene Erfahrungen verarbeiten! In den leidenden Kandidaten wird sich bestimmt auch der Besucher in der einen oder anderen Lebenslage wieder erkennen. Nichtsdestotrotz garantiert CELLOLITE für einen vergnüglichen Abend. Denn die Geschichte ist in viel Musik eingebettet und führt so das Publikum ganz nebenbei zu bekannten und unbekannten Klassik-Höhepunkten. Es freut uns sehr, dass wir nochmals mit den Leuten arbeiten dürfen, die auch bei unserem ersten Projekt dabei waren: Mit Dominique Müller und Charles Lewinsky verfügen wir über ein Team, das kaum an Erfahrung und Ideenreichtum zu übertreffen ist, um diese Thematik pointiert und vielleicht ein wenig absurd auf die Bühne zu bringen.